THC ist der bekannteste Bestandteil der Cannabispflanzen, da er für die psychoaktiven Wirkungen verantwortlich ist. Er gehört zu den mehr als 150 Cannabinoiden, die in Marihuana vorkommen. Neben seiner bekannten Freizeitnutzung wird diese Verbindung auch zu medizinischen Zwecken in verschiedenen Therapien eingesetzt. Um mehr über diesen Stoff zu erfahren, wird im Folgenden erklärt, was Tetrahydrocannabinol ist und wie es im menschlichen Körper wirkt.
THC – Was ist das?
Δ-9‑Tetrahydrocannabinol, besser bekannt als THC, ist eine starke psychoaktive Verbindung, die in der Cannabispflanze vorkommt, zusammen mit Cannabidiol oder Delta‑8‑THC. Dennoch ist THC der Bestandteil, der in Cannabispflanzen in der höchsten Konzentration vorhanden ist.
Die Menge dieser Verbindung hängt von der jeweiligen Pflanze ab und kann von sehr niedrigen Werten bis zu über 25 % THC reichen.
Wie wirkt THC im Körper?
Sobald THC in den Körper gelangt, interagiert es mit dem Endocannabinoid‑System (ECS), in dem sich die CB1‑ und CB2‑Rezeptoren befinden. Wenn THC in den Blutkreislauf gelangt, aktiviert es diese Rezeptoren und hemmt das Enzym Fettsäure‑Amidhydrolase (FAAH), das dafür verantwortlich ist, die Menge des verfügbaren Anandamids zu erhöhen. Diese Substanz ist maßgeblich für Gefühle von Wohlbefinden und Genuss verantwortlich.
Gleichzeitig führt THC dazu, dass das Gehirn Dopamin freisetzt, das als wichtigstes Glückshormon gilt. Dadurch werden Motivation und Verhalten beeinflusst, die mit der Suche nach Belohnungen verbunden sind. Darüber hinaus wirkt es sich auf Gedächtnis, Stimmung, Konzentration und Koordination aus.

Eigenschaften von Tetrahydrocannabinol
Zu den wichtigsten medizinischen Eigenschaften von THC gehören unter anderem:
- Wirkt als Schmerzmittel, entzündungshemmendes Mittel und Antioxidans.
- Ist ein starkes Muskelrelaxans.
- Besitzt eine neuroprotektive, antitumorale und antiemetische Wirkung.
Wofür wird THC verwendet?
Obwohl THC vor allem für seinen Freizeitkonsum bekannt ist, wird dieses Cannabinoid auch in verschiedenen medizinischen Behandlungen eingesetzt:
- Erkrankungen mit Muskelsteifheit, wie Parkinson oder Multiple Sklerose.
- Chronische Schmerzen, die durch verschiedene Erkrankungen verursacht werden, etwa neuropathische Schmerzen, metastasenbedingte Schmerzen oder sekundäre Schmerzen durch Arthrose.
- Als unterstützende Behandlung während einer Chemotherapie.
- Antitumorale Behandlung.
- Zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen.
- Zur Steigerung des Appetits, wodurch es als Therapie bei verschiedenen Essstörungen eingesetzt werden kann.
- Zur Linderung von Angstzuständen, Schlaflosigkeit oder posttraumatischen Belastungsstörungen.
THC kann dazu beitragen, Schmerzen zu reduzieren oder zu beseitigen und damit die Lebensqualität vieler Patienten zu verbessern. Allgemein wurde festgestellt, dass es vor allem für Personen über 25 Jahre geeignet sein kann, da ein früherer Konsum negative Auswirkungen auf das Gehirn haben könnte. Dennoch sollte insbesondere bei jüngeren Personen vorher ein Arzt konsultiert werden.
Risiken und Nebenwirkungen von THC
Aufgrund seiner psychoaktiven Eigenschaften kann THC vorübergehende Nebenwirkungen verursachen, wie zum Beispiel:
- Schläfrigkeit.
- Trockener Mund.
- Erhöhter Herzschlag.
- Euphorie.
- Erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen.
- Verschlechterung bestehender Atemwegserkrankungen.
- Abhängigkeit von dieser Substanz.
Bei höheren Mengen können diese Symptome Gefühle von Trägheit, Sprachschwierigkeiten oder eine verminderte Koordination hervorrufen. Ebenso können Paranoia, Angstzustände oder Schwindel auftreten.
Personen mit Schizophrenie oder anderen psychischen Erkrankungen, die Manien oder Halluzinationen verursachen können, sollten den Konsum vermeiden.

Weitere psychoaktive Cannabinoide
THC ist nicht die einzige psychoaktive Substanz in Cannabispflanzen. Daher ist es interessant, sie von anderen Cannabinoiden zu unterscheiden, wie zum Beispiel:
- Cannabinol (CBN): Dieses Cannabinoid ist leicht psychoaktiv und entsteht durch den Abbau von THC im Laufe der Alterung. Aktuelle Studien zeigen, dass es bei Schlafproblemen hilfreich sein kann.
- Tetrahydrocannabivarin (THCV): Wirkt in niedrigen Dosen als Antagonist des CB1‑Rezeptors und in höheren Dosen als Agonist. Dadurch kann THCV die Wirkung von THC abschwächen oder verstärken und entweder stimulierend oder sedierend wirken.
- Tetrahydrocannabiphorol (THCP): Dieses Cannabinoid ist besonders stark und psychoaktiv, kommt jedoch in der Regel nur in sehr geringen Konzentrationen vor.
- Tetrahydrocannabinol (THCB): Zeigt eine Affinität zu den CB1‑ und CB2‑Rezeptoren und kann daher als möglicher partieller Agonist wirken, wodurch eine potenziell stärkere psychoaktive Wirkung entstehen kann.
- Delta‑8‑THC: Der Unterschied besteht lediglich in einigen atomaren Bindungen. Obwohl es ebenfalls an die CB1‑ und CB2‑Rezeptoren bindet, besitzt es eine geringere psychoaktive Stärke.
Der Entourage‑Effekt und CBD
Viele aktuelle Studien konzentrieren sich darauf, die Wirkungen verschiedener Cannabinoide und ihre Wechselwirkungen zu verstehen, insbesondere von günstigem CBD und THC. Allerdings enthalten Cannabispflanzen auch zahlreiche Terpene mit unterschiedlichen Vorteilen, die zum sogenannten Entourage‑Effekt beitragen.
Dieser Effekt entsteht durch die Wechselwirkung zwischen verschiedenen Phytocannabinoiden wie THC und anderen in der Pflanze vorhandenen Verbindungen. Dadurch kann die Behandlung verschiedener Erkrankungen verbessert werden, wenn ein einzelner Wirkstoff nicht ausreicht. Neuere Forschungen zeigen, dass CBD und andere Cannabisbestandteile in Kombination mit THC dessen Vorteile verstärken und gleichzeitig eine geringere Toxizität aufweisen als THC allein.
Tetrahydrocannabinol ist eines der bekanntesten Cannabinoide der Cannabispflanze und wird in verschiedenen Therapien eingesetzt, um Beschwerden zu lindern, die durch bestimmte Krankheiten oder gesundheitliche Probleme verursacht werden.


