Pilze gehören zu den größten Feinden im Anbau – besonders bei empfindlichen Pflanzen wie Cannabis. Zum Glück gibt es natürliche und kostengünstige Lösungen zur Bekämpfung: hausgemachte Fungizide. In diesem Artikel erklären wir, was sie sind, wie man sie herstellt und wie man sie richtig anwendet, um Ihre Pflanzen auf ökologische und wirksame Weise zu schützen.

Was ist ein Fungizid und wofür wird es verwendet?
Ein Fungizid ist eine Substanz, die Pilze auf Pflanzen abtötet oder deren Wachstum verhindert. Seine Hauptfunktion ist es, Pflanzen vor Pilzkrankheiten wie Mehltau, Falschem Mehltau, Rost oder Botrytis zu schützen – denn unbehandelt können diese Krankheiten die Pflanzen schwächen oder sogar abtöten.
Häufige Pilzarten bei Pflanzen
Zu den häufigsten Pilzen, die Pflanzen befallen, gehören:
- Mehltau: Weißlicher Belag auf Blättern und Stängeln.
- Falscher Mehltau: Gelbliche oder bräunliche Flecken mit filziger Oberfläche.
- Rost: Bildet orangefarbene oder braune Pusteln auf der Blattunterseite.
- Botrytis (Grauschimmel): Befällt Blüten und Früchte, vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit.
Warum sind Fungizide wichtig?
Fungizide sind wichtig, weil sie:
- Pflanzen vor Pilzinfektionen schützen.
- Gesunde Entwicklung der Kulturen fördern.
- Die Ausbreitung von Krankheiten verhindern – was einfacher und effektiver ist, als später eine schwere Infektion zu behandeln.
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Vorteile hausgemachter Fungizide
Hausgemachte Fungizide sind eine hervorragende Alternative zu chemischen Produkten. Hier ihre wichtigsten Vorteile:
Umweltfreundlich und ökologisch
Hausgemachte Fungizide enthalten keine schädlichen Chemikalien und sind somit sicherer für Boden, Wasser und umliegende Ökosysteme.
Kostengünstig und einfach herzustellen
Die Zutaten sind meist gängig und leicht erhältlich, wie Natron, Knoblauch oder Milch – dadurch sind sie günstiger als kommerzielle Fungizide.
Sicher für Cannabis und essbare Pflanzen
Da sie keine giftigen Rückstände hinterlassen, eignen sie sich perfekt für den Bioanbau und empfindliche Kulturen wie Cannabis.
Die besten hausgemachten Fungizide für Pflanzen
Hier stellen wir dir einige der effektivsten Rezepte für hausgemachte Fungizide vor:

Hausgemachtes Fungizid mit Natron
So bereitest du dieses natürliche Fungizid zu:
- Zubereitung: Gib einen großzügigen Esslöffel Natron in einen Liter Wasser und füge 4–5 Tropfen einer milden Seife hinzu (z. B. Kastilienseife oder ökologisches Spülmittel). Die Seife sorgt dafür, dass die Mischung besser an den Blättern haftet. Gut umrühren, bis das Natron vollständig gelöst ist und die Lösung homogen aussieht.
- Anwendung: Mit einem Zerstäuber auf Blätter und Stängel sprühen, besonders auf betroffene Stellen. Idealerweise morgens früh oder abends anwenden, direkte Sonne vermeiden. Alle 7–10 Tage erneut anwenden oder nach Regen, um die vorbeugende und heilende Wirkung zu erhalten.
Hausgemachtes Fungizid mit Milch
Bereite dieses Milch-Fungizid wie folgt zu:
- Zubereitung: Mische 1 Teil Milch (voll oder fettarm) mit 2 Teilen Wasser, z. B. 250 ml Milch mit 500 ml Wasser. Gut verrühren, bis eine gleichmäßige Lösung entsteht.
- Anwendung: Auf beide Blattseiten und die Stängel sprühen. Am besten bei bewölktem Wetter oder abends anwenden, um Sonnenbrand zu vermeiden. Alle 10–15 Tage als vorbeugende Behandlung, besonders gegen Mehltau, wiederholen.
Knoblauch-Fungizid (starkes Naturmittel)
Knoblauch ist bekannt für seine antimikrobiellen Eigenschaften und wurde schon in der Antike zur Heilung von Mensch und Pflanze eingesetzt. Dank Schwefelverbindungen wie Allicin wirkt er stark fungizid – ideal gegen Falschen Mehltau, Echten Mehltau und andere Pilzkrankheiten.
- Zubereitung: Zerdrücke fünf Knoblauchzehen und lasse sie 24 Stunden lang in einem Liter Wasser ziehen. Danach abseihen und die Flüssigkeit in eine Sprühflasche füllen.
- Anwendung: Die betroffenen Blätter und Stängel abends besprühen, um Sonnenbrand zu vermeiden. Alle 7–10 Tage wiederholen, bis die Pilze verschwunden sind.
Dieses Mittel wirkt nicht nur heilend, sondern auch vorbeugend, indem es die natürlichen Abwehrkräfte deiner Pflanzen stärkt.
Fungizid mit Essig
Essig, ein gängiges Küchenprodukt, ist bekannt für seine pH-verändernde Wirkung, die Pilzen das Leben schwer macht. Seine Säure hemmt nicht nur deren Wachstum, sondern zerstört auch vorhandene Sporen.
- Zubereitung: Zwei Esslöffel weißen oder Apfelessig (am besten Bio) mit einem Liter Wasser vermischen und gut schütteln.
- Anwendung: Die betroffenen Pflanzen besprühen, aber nicht überdosieren, um Blattverbrennungen zu vermeiden. Nur an bewölkten Tagen oder abends anwenden, da Sonne den Effekt verstärken kann.
Diese Methode eignet sich besonders gut gegen Falschen Mehltau und Botrytis – aber nur maßvoll anwenden, um das Boden-Gleichgewicht nicht zu stören.
Ackerschachtelhalm-Aufguss
Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) ist reich an Silizium und bekannt für seine stärkende und antifungale Wirkung. Der Aufguss bildet eine Schutzbarriere gegen Pilze wie Rost und Mehltau.
- Zubereitung: 100 g getrockneten Ackerschachtelhalm 20 Minuten lang in einem Liter Wasser kochen. Abkühlen lassen, durch ein feines Tuch filtern und im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnen.
- Anwendung: Alle 15 Tage aufsprühen – besonders bei feuchtem Wetter, wenn Pilzgefahr hoch ist.
Zusätzlich zur Blattbehandlung kann der Aufguss auch ins Substrat gegossen werden, um die Wurzeln zu stärken.
Neemöl als hausgemachtes Fungizid
Gewonnen aus den Samen des Neembaums (Azadirachta indica) ist dieses Öl ein Muss im ökologischen Anbau. Es enthält Wirkstoffe wie Azadirachtin, die Pilze bekämpfen und Schädlinge wie Blattläuse oder Milben fernhalten.
- Zubereitung: 5 ml reines Neemöl mit ein paar Tropfen milder Flüssigseife (zur Emulsion) in einem Liter warmem Wasser mischen. Gut schütteln.
- Anwendung: Alle 7–10 Tage auf die Pflanzen sprühen und beide Blattseiten bedecken.
Dieses Mittel hilft bei Anthraknose und Rußtau – vermeide die Anwendung bei starker Sonne oder großer Hitze, um phytotoxische Reaktionen zu vermeiden.
Kamillentee-Fungizid
Kamille ist nicht nur beruhigend, sondern besitzt auch antifungale Eigenschaften durch ihre Flavonoide und Terpenoide. Ideal für junge oder empfindliche Pflanzen, da sie sanft wirkt.
- Zubereitung: Koche einen Liter Wasser, gib zwei Teebeutel Kamille (oder zwei Esslöffel getrocknete Blüten) hinzu und lasse sie 15 Minuten ziehen. Nach dem Abkühlen abseihen.
- Anwendung: Mit einem Zerstäuber auf die Blätter sprühen. Alle 10 Tage wiederholen, um Fusarium oder Alternaria vorzubeugen.
Kamillentee fördert außerdem die nützliche Bodenmikrobiota und schafft ein gesünderes Pflanzumfeld.
Brennnesseljauche als Fungizid
Dieses fermentierte Präparat bekämpft nicht nur Pilze, sondern stärkt auch die Pflanze und schreckt Insekten ab.
- Zubereitung: Frische Brennnesseln (ohne Samen) in ein Gefäß geben und mit Wasser bedecken. Locker abdecken und täglich umrühren. Nach ca. 2 Wochen – wenn es stark riecht – abseihen und 100 ml Jauche mit 1 l Wasser verdünnen.
- Anwendung: Alle 15 Tage aufsprühen zur Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten – oder als stickstoffreicher Blattdünger verwenden.
Durch den hohen Mineralstoffgehalt eignet sich Brennnesseljauche besonders für nährstoffarme Böden – sie stärkt schwache Pflanzen und fördert ihr Wachstum.
Wenn du Zeit sparen möchtest, kannst du auch fertige Produkte wie die flüssige Brennnessel verwenden – ein hervorragendes natürliches Fungizid.
So wendet man hausgemachte Fungizide richtig an
Es ist genauso wichtig, das richtige Fungizid zu haben, wie zu wissen, wie und wann es anzuwenden ist, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Hier einige Tipps, um Pilzbefall bei Pflanzen effektiv zu bekämpfen:

Empfohlene Häufigkeit und Dosierung
Trage das gewählte Fungizid alle 7 bis 15 Tage auf – je nach Produkt und Schwere des Befalls. Übertreibe es nicht mit Menge oder Häufigkeit, um Schäden an den Pflanzen zu vermeiden.
Beste Tageszeiten für die Anwendung
Die Anwendung am frühen Morgen oder späten Abend ist besonders in den warmen Monaten wichtig, um Sonnenbrand oder schnelle Verdunstung zu vermeiden.
Wichtige Vorsichtsmaßnahmen
Um sicherzugehen, dass das Fungizid für deine Pflanzen geeignet ist, teste es zuerst an einem kleinen Teil. Vermeide die Anwendung bei Regen oder starkem Wind – sonst wird die Wirkung vermindert.
Vergleich: Hausgemachte Fungizide vs. Chemische Fungizide
Zur Bekämpfung von Schädlingen und Infektionen gibt es nicht nur natürliche, sondern auch chemische Lösungen. Damit du die beste Option für dich wählen kannst, findest du hier einen Vergleich:
Fungizide im Vergleich
| Merkmal | Hausgemachte Fungizide | Chemische Fungizide |
|---|---|---|
| Sofortige Wirksamkeit | Mittel | Hoch |
| Umweltsicherheit | Hoch | Niedrig |
| Preis | Niedrig | Hoch |
| Rückstände auf essbaren Pflanzen | Nein | Ja (in einigen Fällen) |
Wenn du nach weiteren Möglichkeiten suchst, deine Pflanzen zu schützen, empfehlen wir dir unsere Kategorie Insektizide und Fungizide, sowohl natürliche als auch chemische.
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Tipps zur Vorbeugung von Pilzbefall bei Pflanzen
Feuchtigkeitskontrolle
Pilze gedeihen in feuchter Umgebung – deshalb ist es entscheidend, Staunässe zu vermeiden und für eine gute Drainage in den Töpfen zu sorgen.
Gute Belüftung
Halte ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen, um die Luftzirkulation zwischen den Blättern zu verbessern.
Werkzeuge und Töpfe reinigen
Wenn du infizierte Pflanzen hast (oder vermutest), solltest du Werkzeuge und Behälter zwischen jeder Nutzung reinigen und desinfizieren, um die Ausbreitung von Pilzen zu verhindern.
Übermäßiges Gießen vermeiden
Ein Schlüsselfaktor für Pilzbefall ist zu feuchter Boden. Gieße nur, wenn sich das Substrat trocken anfühlt.
Weitere Tipps findest du in unserem Artikel über die Vorbeugung von Schädlingen im Cannabisanbau.


