Die GLR-Technik ist ein Beleuchtungssystem, das Stromkosten spart und gleichzeitig die Qualität, den Geschmack und die Wirkung der Pflanzen bewahrt. Diese Technik wurde von Reinhard Delp, einem bekannten Cannabis-Visionär, entwickelt. Sie ermöglicht es, die Beleuchtung effizient zu nutzen und gleichzeitig die Pflanzen nicht zu gefährden.
Lichtzyklen im Indoor-Anbau
Im Indoor-Anbau verwenden Züchter üblicherweise Zyklen wie 18/6, 20/4 oder sogar 24 Stunden Licht. Diese Zyklen fördern ein schnelles Wachstum, da die Pflanzen viele Stunden Licht erhalten, was die Photonenaufnahme und die Zucker- und Nährstoffsynthese beschleunigt. Jedoch kann eine konstante Beleuchtung (z.B. 24 Stunden) die Pflanzen stark stressen und zu einem automatischen Blühen führen oder sogar den Beginn der Blüte bei 16 Stunden Licht hervorrufen.

Die Rolle der Dunkelheit bei der Blüte
Cannabispflanzen benötigen weniger als 12 Stunden Dunkelheit zur Produktion von Florigen, einem Hormon, das den Blüteprozess steuert. Daher ist es wichtig, dass Pflanzen in der Wachstumsphase immer mindestens 12 Stunden Dunkelheit erhalten, damit sie nicht vorzeitig blühen. Die GLR-Technik von Delp sorgt dafür, dass die Pflanzen nie 12 Stunden Dunkelheit haben, sodass sie nicht automatisch mit der Blüte beginnen, während gleichzeitig Strom gespart wird.
Der Lichtzyklus von Reinhard Delp
Delp verwendet einen Lichtzyklus, der aus 12 Stunden Licht, gefolgt von 5,5 Stunden Dunkelheit, dann 1 Stunde Licht und abschließend 5,5 Stunden Dunkelheit besteht. Dieser Zyklus sorgt dafür, dass die Pflanzen niemals 12 vollständige Stunden Dunkelheit haben, was das Risiko des automatischen Blühens verhindert. Zudem spart dieser Zyklus 7 Stunden Licht pro Tag, was 175 Stunden Licht während der Wachstumsphase entspricht und zu einer erheblichen Einsparung bei den Stromkosten führt.
Techniken für Sativa- und Indica-Sorten
Einige Züchter beginnen mit einem 12/12-Lichtzyklus. Dies ist besonders für Sativa-Sorten geeignet, da diese oft in die Höhe schießen und früher blühen, um nicht zu groß zu werden, es sei denn, der Züchter nutzt ein SCRoG-System. Der GLR-Zyklus von Delp führt ebenfalls zu einem kompakten Wachstum der Pflanzen und sorgt dafür, dass die Abstände zwischen den Internodien kleiner sind, was das Stretching der Pflanzen verringert. Für Indica-Sorten könnte diese Technik jedoch weniger effektiv sein, da Indicas in der Regel langsamer wachsen und ein gewisser Ertrag verloren gehen kann.

Überführung in die Blütephase
Nach der Wachstumsphase wird der Lichtzyklus reduziert. In den ersten zwei Wochen der Blütephase verwenden viele Züchter 16 Stunden Licht. Wenn ein schnelleres Wachstum gewünscht wird, kann der Züchter sofort auf die 12/1-Technik umschalten, die für ein schnelleres Wachstum sorgt, bevor die Blütephase erreicht wird. In dieser Phase wird der Lichtzyklus weiter reduziert, sodass die Pflanzen effizienter blühen.
Alternativen Zyklen und Empfehlungen
Es gibt auch alternative Zyklen wie 11/13, bei denen der Lichtzyklus auf 11 Stunden Licht und 13 Stunden Dunkelheit reduziert wird. Einige Züchter in Kanada verwenden einen Zyklus von 6 Stunden Licht und 18 Stunden Dunkelheit, was das äußere Klimaverhältnis besser nachahmen könnte, aber möglicherweise weniger effiziente Ergebnisse liefert. Auch wenn diese Zyklen existieren, ist ihre Effizienz im Vergleich zur GLR-Technik fraglich.
Anbau von Mutterpflanzen und Klonen
Für die Mutterpflanzen und Klonen empfiehlt Delp eine Anpassung des Lichtzyklus auf 12 Stunden Licht, 5,5 Stunden Dunkelheit, 1 Stunde Licht und 5,5 Stunden Dunkelheit. In einigen Fällen, wenn mehr Licht benötigt wird, kann der Zyklus auf 12/4/2/4 angepasst werden, um den Pflanzen zusätzliche Lichtstunden zu geben und gleichzeitig das Blühen zu vermeiden.
Vor- und Nachteile der GLR-Technik
Die GLR-Technik führt zu erheblichen Stromersparnissen, da weniger Beleuchtung erforderlich ist. Sie hat jedoch auch Nachteile, wie ein geringerer Ertrag aufgrund der reduzierten Lichtexposition. Trotzdem bietet sie eine effiziente Möglichkeit, Kosten zu senken und gleichzeitig gesunde Pflanzen zu erhalten. Diese Technik ist besonders geeignet für Züchter, die Energie und Ressourcen sparen möchten, ohne auf Qualität zu verzichten.


