Mutationen bei Cannabis entstehen durch genetische Veränderungen, die entweder natürlich oder durch menschliches Zutun erfolgen. Wie jedes Lebewesen muss Cannabis bestimmte genetische Standards erfüllen, wie z. B. Blattform, Farbe, Struktur, Keimung, Samen, Blühte, Form der Blüten, Aroma… In diesem Artikel sprechen wir über die seltsamsten Cannabis-Mutationen, die in der Welt des Cannabis zu finden sind.

Vor einigen Jahren begann die Legende von Albino-Cannabis; lange weiße Blüten, die Harz viel ansprechender aussehen ließen, tauchten in Foren und sozialen Medien auf und sorgten für Aufregung in der Community. Albinismus ist nichts Neues und tritt sowohl bei Menschen als auch bei Tieren auf. Er entsteht durch einen Mangel an Melanin, einem Pigment, das Haut, Augen und Haare betrifft. Bei Pflanzen funktioniert es anders; ihnen fehlen Carotine, organische Pigmente, die mit dem photosynthetischen Prozess zusammenhängen. Das bedeutet, dass 100 % Albino-Pflanzen nicht existieren können, da Photosynthese für ihr Überleben essenziell ist und ohne Carotine nicht möglich ist.
Albinismus tritt bei Cannabis sowohl in den Blüten als auch im Laub auf. Diese Pflanzen sind aufgrund ihres Mangels an Farbe und Chlorophyll sehr auffällig. Es darf jedoch nicht mit Verfärbungen durch zu nahe Anbaulampen verwechselt werden. Tatsächlich zerstört die hohe Intensität der Lampen das Chlorophyll der Pflanzen, was zu schönen visuellen Effekten führt, aber die Vitalität der Pflanzen beeinträchtigt und die Erträge drastisch reduziert. Albinismus kann bereits bei der Keimung auftreten, was die Pflanze fast sofort absterben lässt. Er kann sich aber auch während der Wachstums- und Blühtephasen zeigen.

Neben Albino-Pflanzen gibt es auch „kriechendes“ Cannabis; diese Pflanzen wachsen zunächst etwa einen Meter hoch und wachsen dann seitlich weiter, als würden sie von der Seite beleuchtet. Wenn sie im Freien angebaut werden, kriechen sie am Boden entlang und schlagen dort Wurzeln, wo es möglich ist. Diese Mutation findet sich hauptsächlich bei Sativas und weniger bei Indicas.
Zu den Cannabis-Mutationen zählen auch Pflanzen mit drei statt zwei Genen. Diese Mutation zeigt sich direkt bei der Keimung, wenn drei Blätter statt zwei sprießen. Obwohl man denken könnte, dass mehr Blätter einen höheren Ertrag bedeuten, ist dies leider nicht immer der Fall. Diese Mutation ist sehr selten.

Blüten, die aus Blättern sprießen, sind eine weitere faszinierende Mutation. An den Verbindungsstellen der Blattspitzen kann eine kleine, harzbedeckte Blüte wachsen. Die Ursachen für diese Mutation sind noch unbekannt, sie tritt jedoch immer häufiger auf und wird intensiv erforscht. Das Geheimnis dieser Mutation könnte zu ertragreicheren Pflanzen führen.

Eine weitere bemerkenswerte Mutation ist die Polyploidie. Während die meisten Lebewesen diploid sind (zwei Chromosomensätze, xx – xy), bedeutet Polyploidie, dass Pflanzen viele weitere Chromosomen besitzen können, wodurch sie zu gigantischen Pflanzen werden. Diese Pflanzen sind meist steril und selbst durch Kreuzungen lassen sich keine weiteren Exemplare schaffen. Polyploide Pflanzen wachsen schneller und entwickeln massivere Blüten. Diese Pflanzen benötigen spezielle Pflege, um Fäulnis durch die Dichte ihrer Blüten zu vermeiden.
Einer der faszinierendsten Mythen über Cannabis-Mutationen betrifft Unterwasser-Cannabis. Diese Pflanzen sollen in Salzwasser wachsen und eher wie Algen aussehen, aber dennoch weibliche Blüten produzieren. Die Entdeckung soll 2016 in Chile erfolgt sein, wo sie „Amiga de Pescador“ genannt wurde. Es gibt jedoch nur wenige Informationen darüber, weshalb es sich ebenso gut um einen Hoax handeln könnte.


