Pilze im Cannabis sind Mikroorganismen, die auf der Pflanze leben und sich oft mit ihr verbinden. Es gibt viele verschiedene Arten von Pilzen, die jeweils eigene Eigenschaften besitzen. Einige dieser Pilze können den Boden oder die Pflanzen unterstützen, während andere die gesamte Cannabisernte schädigen und zerstören können.
Pilzarten bei Cannabispflanzen
Je nach Pilzart im Anbau kann man beruhigt sein oder sofort Gegenmaßnahmen ergreifen. Tatsächlich gibt es Pilze, die Pflanzen schützen, während andere problematisch sind. Es ist wichtig, sich über alle Pilzarten zu informieren, die Cannabissamen, CBD-Samen oder andere Samen wie Hanfsamen betreffen können.
Echter Mehltau
Echter Mehltau ist eine Pilzart, die jedem Cannabis Anbauer bekannt ist. Eine geringe Überschreitung der Luftfeuchtigkeit im Anbaugebiet kann bereits ausreichen, um sein Auftreten zu verursachen. Er zeigt sich als weißer Belag, der auf den Blättern wächst, insbesondere auf der Oberseite. Besonders häufig tritt er in Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit auf.

Sobald er die Pflanzen befallen hat, setzt er sich in deren Zellwand fest und ist nicht mehr vollständig zu entfernen. Die Pflanzen müssen mit Fungiziden behandelt werden, um eine Ausbreitung des Pilzes zu verhindern, und es sollte versucht werden, so viel wie möglich von der Ernte zu retten. Betroffene Teile müssen jedoch entsorgt werden.
Falscher Mehltau
Der Pilz Falscher Mehltau ist weltweit bekannt und gefürchtet von Cannabis Bauern. Es handelt sich um einen sehr aggressiven Organismus, der in Kulturen gedeiht, bei denen die Temperatur unter 26 °C liegt und die Luftfeuchtigkeit über 50 % beträgt. Er kann sowohl in der Wachstumsphase als auch in der Blütephase auftreten, bevorzugt jedoch junge Blätter. Der Falsche Mehltau äußert sich durch gelbe und braune Flecken auf den Blättern und lässt den gesamten Anbau durch seine Ausbreitung erblassen.
Er verbreitet sich in rasantem Tempo und verursacht nach dem Verlust der Blätter den Tod der Pflanze. Der Pilz entwickelt sich durch das Pflanzenmaterial des Anbaus selbst, und die beste Methode, sein Auftreten zu verhindern, ist Vorbeugung.

Falls er sich bereits ausgebreitet hat, sollten die betroffenen Teile sofort entfernt und der Rest des Anbaus sorgfältig gereinigt werden. Es ist wichtig, Umgebungsbedingungen zu kontrollieren, z. B. durch den Einsatz von Entfeuchtern. Zur Prävention können Kontakt- und systemische Fungizide verwendet werden.
Grauschimmel (Botrytis)
Botrytis, oder Grauschimmel, ist eine Pilzart, die oft Pflanzen befällt, die von Raupen geschädigt wurden. Diese Insekten verursachen Löcher in den Blüten, die den Pilz begünstigen. Befallene Blüten verfaulen von innen und erscheinen braun, als ob sie noch feucht wären. Er tritt häufig bei Sorten auf, die nach Oktober geerntet werden, da diese mit Regen und hoher Luftfeuchtigkeit konfrontiert sind.

Dieser Pilz kann einen großen Teil der Ernte zerstören. Selbst wenn sichtbare infizierte Teile entfernt werden, können seine Sporen den Rest des Anbaus kontaminieren. Daher wird oft der gesamte Ast entfernt, wenn der Pilz in einer Blüte entdeckt wird. Sein Konsum ist sehr gesundheitsschädlich, da die Sporen die Lungen angreifen und ernsthafte Atemprobleme verursachen können.
Rostpilze
Rostpilze sind eine der leichtesten Pilzarten, die sich ausbreiten, da sie die Epidermis und Kutikula durchdringen. Ein einfacher Kontakt reicht aus, um den Pilz zu übertragen. Er zeigt sich durch gelbliche Flecken auf der Oberseite der Blätter, während auf der Unterseite rote und braune Punkte erscheinen, wenn der Pilz die Pflanze vollständig befallen hat.

Obwohl er zerstörerisch ist, kann seine Ausbreitung durch rechtzeitige Behandlung verhindert werden. Er tritt häufig auf, wenn die Anbaufläche hohe Luftfeuchtigkeit und schlechte Belüftung aufweist. Es ist ratsam, infizierte Blätter oder Pflanzen zu entfernen und Fungizide anzuwenden, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.
Pythium
Pythium ist ein Pilz, der sich im Wurzelsystem ansiedelt und die Nährstoffaufnahme der Pflanze fast vollständig blockiert. Nach und nach schwächt er die Pflanze, bis sie stirbt. Dieser Pilz kann Pflanzen in jedem Alter und jeder Größe befallen, wobei junge Pflanzen oft zu schwach sind, um ihm zu widerstehen. Seine Sporen werden durch Kontakt mit kontaminierten Substraten oder durch Myzel, das über Schuhe verbreitet wird, übertragen. Er gedeiht in Umgebungen mit einer Temperatur zwischen 20 und 30 °C und hoher Luftfeuchtigkeit.

Dieser Pilz führt zu erheblicher Schwächung und Nährstoffmangel, da die Wurzeln beschädigt werden. In Systemen wie Hydro- oder Aerokulturen, bei denen die Wurzeln frei liegen, verfärben sich diese oft von weiß zu dunkelbraun oder sogar rot. Eine effektive Methode zur Bekämpfung ist die Förderung des mikrobiellen Lebens im Substrat durch den Einsatz von Trichoderma und Mykorrhizen. Dies kann die Ausbreitung des Pilzes verhindern, besonders wenn es vor dem Befall in das Substrat eingebracht wird.
Fusarium
Fusarium tritt bei Pflanzen auf, die bereits durch Pythium geschwächt wurden, und führt oft zu ihrem endgültigen Verfall. Der Fusarium-Pilz nutzt geschwächte Wurzeln, um sie vollständig zu kolonisieren, wobei er eine schleimige Substanz bildet, die die gesamte Wurzel bedeckt und die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen blockiert. Die Symptome ähneln denen von Pythium, aber die Pflanze ist in einem noch schlechteren Zustand. Der Stamm verliert die Kraft, das Gewicht der Pflanze zu tragen, und die Blätter hängen herab und vertrocknen.

Sobald der Pilz im Anbau auftritt, ist es unmöglich, ihn zu bekämpfen. Die einzige Möglichkeit ist Prävention während des gesamten Anbaus. Die effektivste Methode ist eine gründliche Reinigung der Anbaufläche und der verwendeten Geräte.
Wie kann man die Entstehung verschiedener Pilzarten verhindern?
Einige Faktoren, die das Auftreten von Pilzbefall in Cannabis beeinflussen:
- Die allgemeine Gesundheit der Pflanzen. Gesündere Pflanzen haben eine höhere Widerstandskraft. Verwenden Sie Düngemittel mit hohem Siliziumgehalt, um die Zellstruktur zu stärken.
- Übermäßiges Gießen sollte vermieden werden. Es empfiehlt sich, eine Schicht aus Tonkugeln im Topf zu platzieren, um überschüssiges Wasser abzuführen und Staunässe zu vermeiden.
In Innenräumen
Folgende Schritte sollten beachtet werden:
- Verwenden Sie Ventilatoren wie die 20W Clip-Ventilatoren, um heiße Luftansammlungen zu vermeiden. Während der Blütephase sollte die Luftfeuchtigkeit 40 % nicht überschreiten.
- Nutzen Sie präzise Messgeräte für Temperatur und Luftfeuchtigkeit, wie z. B. ein Thermohygrometer.
- Verwenden Sie bei Bedarf einen Luftentfeuchter, um die Luftfeuchtigkeit zu senken.
Im Freien
Einige genetische Sorten sind widerstandsfähiger gegen Pilzbefall als andere. Daher sollten die richtigen Sorten ausgewählt werden. Folgende Parameter sind dabei wichtig:
- Die Dichte der Blüten.
- Der Abstand zwischen den Internodien.
- Verantwortungsbewusstes Gießen.
- Die Anwendung des benötigten Düngers.
- Der Einsatz von Fungiziden, falls erforderlich.
Wenn Sie diese Schritte befolgen, können Sie die Ausbreitung verschiedener Pilzen auf cannabis verhindern und eine qualitativ hochwertige Ernte erzielen.


