Blaues Cannabis hat sich zu einem der meistgesuchten Begriffe in der Cannabis-Welt entwickelt – insbesondere bei Personen, die erstmals einen Growshop besuchen oder etwas „Außergewöhnliches“ ausprobieren möchten.
Auch wenn der Name intensiv blaue Blüten vermuten lässt, ist die Realität deutlich spannender: Gemeint sind bestimmte Genetiken und natürliche Pigmente, die bläuliche, violette oder purpurne Farbtöne hervorbringen können. In diesem Artikel erfahren Sie, was blaues Cannabis genau ist, warum es so beliebt geworden ist und wie Sie es erkennen, ohne auf Mythen oder Missverständnisse hereinzufallen.
Was bedeutet „blaues Cannabis“ wirklich?
Der Begriff blaues Cannabis beschreibt weder eine neue Art noch eine künstlich gefärbte Pflanze. In der Praxis bezieht er sich auf Cannabissorten, die bläuliche oder violette Farbtöne entwickeln können – vor allem an Blättern und Blüten – bedingt durch ihre Genetik und bestimmte Anbaubedingungen.

In den meisten Growshops und Samenbanken wird dieser Begriff mit der sogenannten Blue-Familie in Verbindung gebracht – einer Gruppe von Genetiken, die für ihre besondere Optik, fruchtigen Aromen und starke visuelle Anziehungskraft bekannt sind.
Der Ursprung der blauen Farbe: Anthocyane und Genetik
Um zu verstehen, warum es blaues Cannabis gibt, muss man über Anthocyane sprechen. Dabei handelt es sich um natürliche Pflanzenpigmente, die in vielen Gewächsen vorkommen (z. B. Heidelbeeren, Trauben oder Rotkohl) – und auch in Cannabis.
Was sind Anthocyane?
Anthocyane sind für Farbtöne verantwortlich, die von Rot über Violett bis Dunkelblau reichen. Bei Cannabis treten sie nur dann deutlich hervor, wenn die Genetik dies zulässt. Die Umgebung kann ihre Ausprägung verstärken oder abschwächen. Neben dem optischen Effekt spielen Anthocyane auch eine wichtige Rolle bei der Absorption überschüssigen Lichts und beim Schutz der Pflanze vor UV-Strahlung.
Das bedeutet: Ohne die passende Genetik entsteht kein blaues Cannabis – unabhängig davon, wie stark die Anbaubedingungen verändert werden.
Die Rolle von Klima und Anbau bei blauem Cannabis
Auch wenn die Genetik entscheidend ist, beeinflusst das Umfeld, wie intensiv sich die Farbe ausprägt.
Kühlere Temperaturen
Während der Blütephase – insbesondere nachts – können leicht niedrigere Temperaturen die Entwicklung bläulicher oder violetter Töne fördern. Der Grund: Kühle Temperaturen reduzieren den Chlorophyllgehalt und machen andere Pigmente sichtbarer.
Weitere Einflussfaktoren
- Licht: Intensität und Spektrum beeinflussen die Farbwahrnehmung.
- pH-Wert und Nährstoffversorgung: Ein ausgewogener Anbau sorgt für eine klare und natürliche Farbentwicklung.
- Kontrollierter Stress: In Maßen kann er Farbnuancen intensivieren – im Übermaß wirkt er sich jedoch negativ aus.
Achtung: Wenn blaue Färbung ein Problem signalisiert
Nicht jede bläuliche Verfärbung ist wünschenswert. In manchen Fällen können dunkelblaue oder violette Blätter auf Nährstoffmängel, insbesondere Phosphormangel, hinweisen.
| Genetische Färbung vs. Nährstoffmangel unterscheiden | ||
|---|---|---|
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Maßnahme |
| Violette / blaue Töne an Blüten und oberen Blättern | Genetik + Kälte | Anbau stabil halten |
| Untere Blätter bläulich und langsames Wachstum | Phosphormangel | Düngung überprüfen |
| Violette Stängel mit matten Blättern | Stress oder Nährstoffblockade | pH-Wert und Nährstoffe anpassen |
Dieser Punkt ist entscheidend, um ästhetisch ansprechendes blaues Cannabis nicht mit einer hilfebedürftigen Pflanze zu verwechseln.
Die Blue-Familie: das Herzstück von blauem Cannabis
Wenn von blauem Cannabis die Rede ist, bezieht man sich fast immer auf die Blue-Familie – eine historische genetische Linie im modernen Cannabis.

Die Rolle von DJ Short und die legendäre Blueberry
Die Sorte und die Ursprünge der Blueberry, die in den 1970er-Jahren von DJ Short entwickelt wurde, bilden das Fundament dieser genetischen Familie. Sie entstand aus der Kreuzung von Purple Thai und Thai und war eine der ersten Sorten, die sich durch folgende Merkmale auszeichnete:
- Auffällige Farben.
- Süße und fruchtige Aromen.
- Eine unverwechselbare Identität.
Seitdem sind zahlreiche Kreuzungen und „Blue“-Nachkommen entstanden, die diese Essenz bewahren. Viele moderne Sorten mit dem Zusatz „Blue“ stammen nicht direkt von Blueberry ab, nutzen jedoch den Namen aufgrund ähnlicher Farb- oder Aromaeigenschaften.
Warum ist blaues Cannabis so beliebt geworden?
Die Beliebtheit von blauem Cannabis ist kein Zufall, sondern beruht auf mehreren klaren Faktoren des heutigen Marktes.
Ästhetik und „Bag Appeal“
In einer zunehmend visuell geprägten Branche ziehen ungewöhnliche Farbtöne große Aufmerksamkeit auf sich. Mit „Bag Appeal“ ist die optische Attraktivität von Cannabisblüten gemeint – kompakt, harzreich, kristallin und mit intensiven Farben.
Verbindung zu fruchtigen Aromen
Viele Blue-Genetiken werden mit süßen und fruchtigen Noten assoziiert – ein Merkmal, das besonders von erfahrenen Konsumenten geschätzt wird.
Bekannte Sorten im Zusammenhang mit blauem Cannabis
Ohne starre Rankings (da diese von Samenbank und Phänotyp abhängen) zählen folgende Familien und Sortennamen zu den bekanntesten im Bereich blaues Cannabis:
| Sorte / Familie und besondere Merkmale | ||
|---|---|---|
| Sorte / Familie | Besonderheit | Schwierigkeitsgrad |
| Blueberry | Klassisches Fruchtaroma | Mittel |
| Blue Dream | Ausgewogenheit und Ertrag | Mittel |
| Blue Mystic | Sanfte violette Töne | Leicht |
| Moderne „Blue“-Kreuzungen | Farbe und starke Optik | Variabel |
Die endgültige Farbintensität kann selbst innerhalb derselben Sorte je nach Phänotyp variieren.
Wie Sie bläuliche Töne fördern, ohne den Anbau zu gefährden
Wenn Sie die blaue Färbung auf natürliche und sichere Weise hervorheben möchten:
- Wählen Sie die passende Genetik (Blue-Familie).
- Kontrollieren Sie das Nachtklima während der Blüte.
- Sorgen Sie für eine ausgewogene Nährstoffversorgung, ohne Mängel zu erzwingen.
- Vermeiden Sie „extreme Methoden“, die die Pflanzengesundheit beeinträchtigen.
In einem Growshop wie GB The Green Brand bedeutet dies optimale Klimakontrolle, zuverlässige Messgeräte und eine abgestimmte Düngung.

Blaues Cannabis ist kein Mythos – aber auch keine magisch intensiv blaue Pflanze. Es ist das Ergebnis konkreter Genetiken, natürlicher Pigmente und eines fachgerechten Anbaus. Seine Beliebtheit beruht sowohl auf seiner besonderen Ästhetik als auch auf der Geschichte und Reputation der Blue-Familie. Mit fundiertem Wissen und einem realistischen Ansatz stellt es eine äußerst attraktive Option für alle dar, die in der Welt des Cannabis etwas Besonderes suchen.


